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ICH SAG’S MAL SO … #001 | Ich dachte, ich bin durch. Und dann…

ICH SAG’S MAL SO … #001 | Ich dachte, ich bin durch. Und dann…

Ich dachte, ich bin durch. Und dann wurde ich vor den Karren gespannt. 25 Jahre Automobilgeschäft. Ich dachte eigentlich, ich hätte inzwischen alles gesehen.

ICH SAG´S MAL SO…

Kunden, die genau wissen, was sie wollen. Kunden, die überhaupt nicht wissen, was sie wollen. Und Hersteller, die gelegentlich auch nicht wissen, was sie wollen, dafür aber ziemlich genaue Vorstellungen davon haben, wie wir es verkaufen sollen.

Und jetzt erklärt mir ausgerechnet eine sogenannte Community, wie man heute Autos verkauft.

Früher brauchtest du gute Fahrzeuge, Fachwissen, vernünftige Kontakte und vielleicht noch ein ordentliches Inserat bei mobile.de oder AutoScout24.

 

Heute brauchst du offenbar einen Algorithmus.

Der Kunde findet dich nicht unbedingt, weil du das richtige Auto hast. Er findet dich, weil ihm Instagram zwischen zwei Katzenvideos und dem dritten Urlaub irgendeines Menschen, den er überhaupt nicht kennt, plötzlich einen Ferrari vor die Nase hält.

Oder weil er inzwischen seine KI fragt, welches Auto er kaufen soll.

Währenddessen sitzt seine Frau neben ihm auf dem Sofa und betreibt vermutlich dasselbe Doomscrolling. Zwei Menschen, ein Sofa, zwei Smartphones. Kommunikation auf höchstem Niveau.

 

Die Kollengen vor der Kamera

Und dann gibt es natürlich die Kollegen, die das längst verstanden haben.

Jerome Böcker zum Beispiel. Der junge Mann macht im Grunde das, was wir seit 49 Jahren machen. Nur stellt er sich dabei vor eine Kamera, baut einen neuen Laden und geht durch die Decke.

Was die Autos angeht: Respekt, Jerome. Gut gemacht.

Manchmal wirkt mir das Ganze allerdings etwas zu abgehoben. Aber vielleicht liegt das auch daran, dass ich noch zu einer Generation gehöre, die über sehr viel Geld gelegentlich lachen konnte.

Dann die Jungs von Röhrle Mobility, 3F Fiegenschuh, Wetzel, der ungefähr in meinem Alter sein dürfte, und diese teilweise erstaunlich steifen Verkäufer, die vor der Kamera plötzlich zur Höchstform auflaufen.

Und natürlich die rothaarige Auszubildende aus dem Porsche Zentrum Göppingen, die in Sachen Aufmerksamkeit so manchem gestandenen Verkäufer die Rücklichter zeigt.

Was ist eigentlich passiert?

Früher musste man erst etwas können, bevor einem Tausende Menschen zuhörten. Heute reicht manchmal schon ein Smartphone mit vernünftiger Kamera.

Wobei ich fair bleiben will.

Nicht jeder, der vor einem Auto steht und laut hineinschreit, hat automatisch Ahnung davon. Und nicht jeder, der ruhig erklärt, ist deshalb langweilig.

David von Finest Sportcars beispielsweise wirkt auf mich durchaus kompetent. Nur ist seine Präsentation gelegentlich so aufregend wie die Bedienungsanleitung einer Einbauküche.

Andererseits zwitschern mir die Spatzen, dass er in seinem Segment ziemlich erfolgreich verkauft.

Also scheint es zu funktionieren.

 

Hundertmal dasselbe Auto

Und dann sind da noch die klassischen Auto-Influencer. Kaum erscheint ein neues Modell, erklären es dir gefühlt 100 Leute gleichzeitig. Dieselben Türen, dieselben Displays, dieselben drei Besonderheiten.

Jessica von @jessicarmaniac nehme ich da ausdrücklich aus. Die macht das für meinen Geschmack richtig gut.

Bei Supercar Blondie hingegen ist für mich inzwischen ein wenig die Farbe raus.

Aber darum geht es eigentlich gar nicht.

Ich habe nämlich irgendwann begriffen, dass diese Entwicklung eine gewaltige Chance ist.

Anfangs dachte ich, die Qualität bleibt dabei auf der Strecke. Wenn Reichweite wichtiger wird als Fachwissen und Lautstärke plötzlich als Kompetenz durchgeht, kann man schon mal ins Grübeln kommen.

Aber das ist nur die eine Seite.

Die andere ist, dass ich heute Menschen erreichen kann, die niemals auf meine Website gekommen wären. Dass ich Fahrzeuge anbieten kann, bevor sie überhaupt öffentlich inseriert werden. Und dass meine Kunden nicht nur sehen, was ich verkaufe, sondern auch, wer dahintersteht.

Und genau da wird es interessant.

 

Vor den Karren gespannt

Denn jetzt hat mich mein Team zusammen mit unserer Agentur vor den Karren gespannt.

"André, du musst Beiträge schreiben". "Videos machen." Auf Instagram. TikTok. YouTube.

Ich: Ach so.

Ich dachte, ich wäre Automobilverkäufer und Unternehmer.

Offenbar reicht das nicht mehr.

Ich: Also gut. Machen wir.

Aber eines kann ich euch versprechen: Ich werde niemanden kopieren. Ich werde nicht morgens mit einer Espressotasse in die Kamera grinsen und euch erzählen, dass heute wieder etwas ganz Großes passiert.

Wenn etwas Großes passiert, werdet ihr es schon merken.

Ich werde euch aus meinem Leben erzählen. Aus dem Automobilgeschäft, von seinen Menschen, seinen Merkwürdigkeiten und gelegentlich von Dingen, bei denen man sich ernsthaft fragt, wer sich das ausgedacht hat.

Mit Fachwissen, Humor, etwas Ironie und einer ordentlichen Portion Sarkasmus.

Nicht jeder wird das mögen.

Muss auch nicht.

Und natürlich wird es Autos geben.

Porsche, Ferrari, Lamborghini, Bentley, Mercedes, McLaren. Aber genauso einen MINI Cooper oder Fiat 500. Eben alles, was eine Familie heute so braucht. Ein bisschen Geld vorausgesetzt.

Besondere Fahrzeuge, interessante Angebote, schnelle Verfügbarkeiten und manchmal Autos, die schon wieder verkauft sind, bevor irgendjemand auf die Idee gekommen ist, ein Inserat zu schreiben.

Dazu meine persönlichen Geschichten und Meinungen.

 

Das Ganze bekommt einen Namen:

DIE ORFGEN LISTE.

Zwei- bis dreimal pro Woche gibt es hier etwas Neues. Mal Fakten und besondere Fahrzeugangebote. Mal meine Kolumne „Ich sag’s mal so …“.

Im Blog, auf Instagram, TikTok und YouTube.

Ich bin 55 Jahre alt, seit einem Vierteljahrhundert im Automobilgeschäft und fange jetzt offenbar noch einmal etwas Neues an.

Und wisst ihr was?

Ich habe tatsächlich so ein leichtes Kribbeln.

Also macht mal ein bisschen Lärm, folgt mir, erzählt es weiter und schaut gelegentlich vorbei.

Ich kümmere mich um die Geschichten, die Autos und die Unterhaltung.

Ich sag’s mal so… - Jetzt müsst ihr nur noch (ver)kaufen!

 



Über diesen Beitrag

Dieser Beitrag ist Teil meiner persönlichen Kolumne „Ich sag’s mal so…“ in der ORFGEN LISTE.

Seit Jahrzehnten beschäftige ich mich mit Automobilen, Menschen und allem, was der Autohandel so mit sich bringt. Dabei habe ich einiges erlebt. Manches war beeindruckend, manches lehrreich und bei manchen Dingen frage ich mich bis heute, wie so etwas überhaupt möglich ist.

Hier teile ich meine persönlichen Gedanken, Erfahrungen und Meinungen. Mal ernst, mal ironisch, gelegentlich sarkastisch und nicht immer diplomatisch. Aber immer aus meiner eigenen Perspektive.

Und falls sich jemand über die eine oder andere Bemerkung wundert: Ein bisschen Humor hat im Automobilgeschäft noch niemandem geschadet.

André Orfgen

Automobilverkäufer aus Überzeugung. Unternehmer aus Erfahrung. Und offenbar immer noch nicht mit dem Lernen fertig.

Kommentieren ausdrücklich erlaubt.

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